Robe Parée
Original Kleid aus dem 18.Jahrhundert
Opernbesuche, Einladungen bei Hofe, Bälle oder Diners - sie erforderten eine große Robe. Weniger an Ausmaß, wobei das auch nicht selten der Fall war, sondern vielmehr an Opulenz, an unübersehbarer Kosten- und Arbeitsintensität. Große Roben, waren in jedweder Hinsicht Ausdruck des formvollendeten Könnens der Fabrikanten und des überragenden Geschmacks ihrer Träger.
Abendroben lassen sich nicht auf einen bestimmten Schnitt festlegen, sie konnten mannigfaltige Ausprägungen annehmen. Unsere Kundin entschied sich für eine "Robe Parée", genauer: eine Robe á la francaise "parée", also eine ausgeschmückte Robe á la francaise, und somit deren hoftaugliche Variante, die sich als Grand Habit immer mehr durchsetzte.
Das Original, das zur Vorlage wurde, befindet sich im Historischen Museum in Amsterdam und wird auf ca. 1785 datiert.
An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich für die freundliche Zusammenarbeit mit Joyce Edwards vom AHM, die uns mit Bildern und zahlreichen Informationen über Form, Material und Spitzenanordnung unterstützt hat.
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Nach genauer Recherche in Kooperation mit den Amsterdamer Kuratoren sollte das Kleid aus luxuriöser Seidenzibeline in elfenbeinfarben entstehen, und - entgegen dem Original, jedoch auf ausdrücklichen Wunsch der Kundin - in silberblau und taubenblau abgesetzt werden.
Verziert ist es zum einen mit antiker Valenciennesspitze und Seidenorganza.
Zum anderen wurde es in einnehmender Art mit kaum zu erfassendem Detailreichtum bestickt - Blütengirlanden ranken sich um stilisierte Vasen, Schleifen hängen um Perlengestecke, Pfauenfedern umsäumen Gräser und Pflanzen, dazwischen unterbrechen klassizistisch geometrische Ornamentiken aus Boullion- und Seidenfäden und das überbordende Ensemble aus Blättern und Bortenelementen.
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Diese Art der Stickerei, romantisch, leicht, verspielt, beinahe sinnlich-zierlich, aber dennoch weder überladen noch , mit heutigen Worten, kitschig wirkend, sondern vielmehr mit einem bis auf den letzten Faden präzisen Mustereinsatz und Formzeichnung ist typisch für die dekorative Kunst der Louis-Seize-Era.
Einer der berühmten Künstler dieser Zeit ist Jean Démosthène Dugourc (1749-1825) dem untenstehender Entwurf für ein Panneau zugeschrieben wird. Dugourc und seine Kunst gelangten bereits 1784 zur Blüte, als er vom Dekorations- und Kostümzeichner an der Oper zum Zeichner der königlichen Garde-Meubles wurde. Um 1790 betrieb er eine eigene Tapetenfabrik.
Handschriften von herausragenden Künstlern sind in der Regel unverwechselbar, und da sich der Stil in diesem Entwurf mit dem der auf das Originalkleid applizierten Ornamente deckt, ist es nicht von der Hand zu weisen, dass er auch der kreativ schaffende Geist ist, der hinter den Stickereien steht.
Panneau entworfen von Dugourc
Darüber hinaus gibt es plausible Hinweise darauf, dass das Originalkleid gar dem Atelier von Rose Bertin entstammt, den eine zeitgenössische Quelle beschreibt ein Kleid, das Madame du Barry bei Bertin bestellte, wie folgt: "large puffed pleats all down the front in Italian gauze edged with big ruchings of cut crape, a garland of silver rope placed over the puffs each separated by bunches of golden wheat-ears and fastenings in catkins of blue stones mixed with white pearls and the petticoat was flounced with Italian gauze with a decoration of fringe, gold corn-ears, shells and silver ropes"
Diese genaue Erläuterung beschreibt ein Kleid, das in modischer Tendenz mit dieser Robe Parée übereinstimmt, somit also im selben Hause entstanden sein könnte.
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Zur Abrundung gehören designgleich gefertigte Strümpfe und bestickte Seide um Schuhe mit ihr zu beziehen.









