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Robe á la Francaise

van der Mijn, ca 1763


Zu halbformalen, nachmittaglächen oder abendlichen Anlässen war eine Robe á la francaise ein unverzichtbarer Klassiker und sozusagen modischer Dauerbrenner. Im Laufe des 18. Jahrhunderts hat sie sich in ihrer Form und Grundkonstruktion nur marginal, fast gar nicht verändert, weswegen es durchaus verzeihlich ist, für eine Garderobe einer Dame zwischen 1780 und 1790 für dieses Kleid eine Vorlage von 1763 (Bild: George van der Mijn: Detail aus "Der Bürgermeister von Amsterdam und seine Familie") heranzuziehen. Altmodisch hätte sie in dieser francaise sicher nicht gewirkt.


Beliebte und bewährte Farben für eine urtypische fransaise waren alle Schattierungen im Weißbereich. Daher fiel die Wahl auf einen eilfenbeinfarbenen Seidensatin.

Für jede der zahlreichen Spiralen und Rosetten waren viele Meter der Seide notwendig, die an beiden Seiten mit dem Zäckeisen behauen wurde - eine Arbeit, die den vielen Händen, die an dem Kleid mitwirkten, einiges an Muskelkraft abverlangte.
Zusätzlich zu der schwungvollen Ornamentik erhält das Kleid seine graziöse Optik durch die angebrachten Seidenbänder, die "fringes", sowie durch den üppigen Gebrauch von originaler Valenciennesspitze aus dem 18. Jahrhundert.

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