Bilderbogen der Mode
Hier finden Sie weitere Anfertigungen aus unserem Hause:
Kleid des Frührokoko nach dem Gemälde der Gräfin Orczelska, 1730er
Die Gräfin Orczelska war eines der zahlreichen Kinder Augusts des Starken, gilt jedoch als eine Lieblingstochter des berühmten Landesherren. Sie war bekannt als eine leicht rebellische, lebenslustige Dame, was sich nicht zuletzt auch in Ihrer Mode wiederspiegelt.
So trägt sie ein Kleid mit deutlich maskulinen Anklängen (Manschetten an den Ärmeln und ein Revers um den Ausschnitt, beide mit Knöpfen verziert).
Das Kleid wurde aus taubenblauem Samt gefertigt und ist um den Rock mit aufwändiger Handstickerei verziert. Der silberne Seidenstoff wurde speziell für diesen Auftrag gewoben. Als raffiniertes Element wurde wie im Original ein Silberperlenvolant am Rock angebracht.
Das Besondere an diesem Kleid ist, daß die bezaubernde Kundin dem Original nicht nur ähnlich sieht, sondern die gleichen Körperproportionen hat wie das Portrait, das sicherlich wie viele andere geschönt wurde...
Damenreitkleid "fraque á bavaroise", 1779
nach einer Modezeichnung aus der "Galerie des Modes" (Mitte), der untertitelt ist mit "jeune Dame, (...) habillée en homme (...)", also eine junge Dame, maskulin bekleidet mit einem, dem Uniformrock nachempfundenen Frack. Charakteristisch hierfür sind die knopfbesetzten Revers, sowie die seitlichen "turnbacks".
Der Frack besteht aus hochwertigem, feinem Lodenstoff in russisch-grün und ziegelrot, komplett unterfüttert mit zimtfarbenem Leinen. Für die Weste (im Bild nicht zu sehen) wurde eine feste Seide verwendet, in die vielfarbige Streifen und Blüten eingewebt sind. Der Stoff des Rockes ist eine besondere Anfertigung: eine pflaumenfarbene Wolle, die in Handarbeit wie Leinen gewoben wurde (ein sog. Camlet)
Den runden Hut zieren - um dem Original so nahe zu kommen - antike Straußenfedern, sowie eine antike Hutspange
Polonaisenkleid um 1780
nach einem Original.
Es wurde gefertigt aus reiner Seide (Name des Stoffes: "Georgian Stripe") und farblich in eisblau/lindgrün umgesetzt. Rocksaum und Applikationen sind beidseitig mit dem Zäckeisen bearbeitet.
Allein der Schnitt wurde leicht abgeändert zugunsten einer anderen Form der Polonaise: an den Schultern beginnende, geflochtene Borten, die in farblich abgestimmten Quasten enden zieren die Rückseite.
Charakteristisch für das Rokoko ist die Handhabung der Streifen, die an den Ärmeln quer verlaufen.
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Herrenanzug, stilgetreu nach der "Werther-Mode"
Ende 18. Jahrhundert, geprägt durch J.W. von Goethe
Klassisch ist ein Frack aus blauem Tuch, besetzt mit goldenen Knöpfen. Als besondere Variante wurde hier petrolfarbener, 100%iger SEIDENSAMT verwendet, der in der Vergangenheit sehr beliebt war, und in der authentischen Qualität heute praktisch nicht mehr zu bekommen ist. Es bedurfte langer Recherche, um ihn zu finden. Er entstammt einer exquisiten Manufaktur, die ihn in dieser Form schon seit über 300 Jahren fertigt.
Die handgegossenen Knöpfe zeigen Miniatur-Schäferszenen und wurden hartvergoldet Ebenfalls unverzichtbar ist eine Hose aus Sämischleder, in diesem Fall vom Reh.Für die Weste wurde ein Seidendamast verwendet, den eingewobene Lyras zieren - ein typisches Motiv der Neoklassik.
Als Gegenüberstellung ist hier das Konterfei des Eric Magnus Stael von Holstein zu sehen, der sich in der Werthermode portraitieren ließ
Herrenbanyan, 2. Drittel des 18. Jahrhunderts
einem Exponat des Mannheimer Reiss-Museums (rechts) folgend.
Diese Art des Hausmantels war inspiriert durch einen aus Indien stammenden Manteltyp.
Der Schnitt wurde exakt wie im Original übernommen, mit zweireihiger Knopfleiste, engem Schnitt bis Taillenhöhe, ab wo dann großzügige Einsätze eine weite Silhouette erzeugen. Die Ärmel sind mit schmalen, eng anliegenden Aufsätzen versehen.
Als Stoff wurde ein amberfarbener Seidendamast mit typischem, größer angelegter Musterung verwendet.
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Typische Kindergarderobe des 18.Jahrhunderts
bestehend aus einem feinen Batisthemdchen, Mousselinröcken, einem versteiften Bodice, Schürze mit Weißstickerei und passender Haube.
Während das Kleid nach einem Gemälde von Thomas Gainborough reproduziert wurde, so fanden die handgenähten und einleistigen Schuhe ihr Vorbild auf einem Gemälde der Tochter von Marie-Antoinette.








