Hochzeitskleid von 1774

Wenn in royalen Kreisen Hochzeit gehalten wird, so ist selten Bescheidenheit im Spiel. So kann man sich auch angesichts dieses Hochzeitskleids (rechts im Original) davon überzeugen, mit welch überbordendem, nichtsdestoweniger geschmackvoll arrangiertem Prunk eine zukünftige Königin vor den Traualtar trat.
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Getragen wurde das Kleid von Hedwig Elisabeth Charlotta, geborene Schleswig-Holstein-Gottorf, anlässlich ihrer Vermählung im Jahre 1774 mit Karl, dem Herzog von Södermanland, der später als Karl XIII. den schwedischen Thron besteigen sollte. Hedwig Elisabeth Charlotta galt als lebenslustig und freundlich. Bekannt wurde sie insbesondere durch ihre umfangreichen Aufzeichnungen in Tagebuchform.
Das Kleid ist auch insofern ein ganz besonderes Stück, da sowohl das Original erhalten ist (zu bestaunen in den Livrustkammaren in Stockholm), als auch, und das ist eine große Rarität, ein Portrait der Trägerin in der Garderobe. Dies ermöglicht auch die korrekte Verwendung von Schmuck, Frisur und Kopfputz, bzw. lässt Rückschlüsse zu auf die Applikation von Spitze, die natürlich am Original nicht konserviert werden konnte.
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Einer derartig exzeptionellen Vorlage muss selbstverständlich in der Umsetzung in allen Bereichen der gebotene Respekt gezollt werden.
Als Grundlagen entschieden wir uns für eine ungefärbte Organzin-Seide, die als Träger für die reinsilbernen Fäden dient, mit denen sie verwoben ist - der Stoff besteht also ausschließlich aus Silber und Seide. Er tritt allerdings vollständig in den Hintergrund in Relation zu den wertvollen Dekorationselementen.
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Die silberne Pailetten-, Folien- und Boullionstickerei überzieht das Kleid mit Blumenbouquets, Schleifen und stilisierten Bordüren. Acht Männer haben in 14-Stundenschichten volle zwei Monate benötigt, um das Werk zu vollenden.
Eine Einheit mit der Stickerei geht die geklöppelte Silberspitze ein, die Rock, Oberteil und Courtschleppe einrahmt und nicht zurückhaltend verwendet wurde. Mehrreihig schließt sie den Rock ab.
Die Klöppelspitze aus reinem Silber entstand in einmonatiger, liebevoller Handarbeit in Wien.












