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Auf diesen Seiten finden Sie viele zeitgenössische Abbildungen des Barock sowie die von uns gefertigten Barock Kostüme.





 

In den ersten zwei Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts lebte die Spanische Hofmode noch im höfischen Zeremoniell weiter, doch dann brach 1618 der 30jährige Krieg aus und brachte plötzliche Veränderungen auf allen Ebenen der Kultur mit sich, die die Zeit des Frühbarock einläuteten. Und in der Mode wurden erstmals nicht die oberen zehntausend, sondern einfache Soldaten tonangebend.

Wie die Landsknechte im Jahrhundert zuvor lockerten die Soldaten mit Lässigkeit, Keckheit und Geckentum die Steifheit der höfischen Kleidung ein. Man verwendete leichtere Stoffe (Tafte und Wollstoffe), Farben wurden heller und der schwere Perlen- und Edelsteinbesatz wurde durch leichte Bänder-, Federn-, und Nesselverzierung ersetzt. Statt steifer Hüte wurden große Schlapphüte modern; die Haare der Männer wurden immer länger getragen.

 

Die Ärmel des nun loser sitzenden Wamses wurden weit und bauschig und ließen das das Hemd darunter hervortreten. Dazu trug man den Ärmelrock, einen ½ oder ¾ langen Umhang, der elegant um die Schultern geschwungen wurde. Bei der Halskrause ließ man das Drahtgestell weg, so daß der Kragen nun auf die Schultern fiel. Die Hosen wurden loser und mit einer Rosette oder Schleife über den Knien gebunden. Später wurde der Schnitt wieder enger, dafür reichten sie aber bis übers Knie. Außerdem waren Hosen mit allerlei Bändern, Tressen und Knöpfen dekoriert. Aus den Stiefeln fielen Spitzenstulpen.

Auch die Damenmode machte natürlich Veränderungen durch: Anstatt der steifen Reifröcke wurde eine Vielzahl von Unterröcken getragen, die aber nach wie vor die Hüfte betonten. Das Korsett ließ an Starrheit nach; Ärmel wurden auch hier bauschig und weit. Das Decolleté war tief und breit und ließ den oberen Teil der hochgedrückten Brust sehen. Im Verlauf des 17. Jh. wurde das Decolleté immer breiter und ovaler, wärend das Mieder wieder steifer wurde.

Zwei Länder machten diese Mode nicht so recht mit: Einerseits die Holländer und Flamen, die in protestantischer Strenge und weiterhin am liebsten Schwarz trugen und lange Zeit nicht von den Halskrausen lassen wollten. Hier wirkt wohl auch noch der spanische Einfluß nach, denn erst 1648 befreiten sich die Niederlande von der spanischen Oberherrschaft, Flandern noch später.

Andererseits die Spanier, die an der Steifheit festhielten, die Velázquez oft im Bild festhielt. Die Reifröcke wurden gar noch breiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frankreich ging aus dem 30jährigen Krieg vor allem als kultureller Sieger hervor. Mit der absolutistischen Regierung Ludwig XIV, des Sonnenkönigs, wurde die einstige Soldatenmode ebenso wie die Sitten immer weiter verfeinert und auf die Spitze getrieben. Pracht und Prunk kehrten zurück und bekamen in Versailles ein Denkmal gesetzt. Zweck der Prachtentfaltung war, andere zu beeindrucken und sie zu davon zu überzeugen, daß er französische Herrschaftsanspruch gerechtfertigt sei - und sie verfehlte ihre Wirkung nicht. Gegen Ende des Jahrhunderts trug ganz Europa das, was Frankreich trug.

Die Männermode bestand nun aus Kniehosen, einer fast knielangen Weste und einem knielangen Rock, dem Justaucorps. Der Name "direkt am Körper" sagt schon einiges darüber aus, wie figurbetont dieses Kleidungsstück war. Der Rücken war schmal geschnitten, die Ärmel lang und mit großen Aufschlägen versehen, die Rockschöße weit. Dazu wurden lange Strümpfe und Schuhe mit hohen Absätzen getragen. Auf dem Kopf thronte die gelockte Allongeperücke, eine Folge der übertriebenen Langhaarmode, für die kein Mann genug eigene Haare hatte.

Den Damen war das steife Korsett nach einer Weile wieder über, so daß sie außerhalb des Hofes am liebsten lose, mantelartige Gewänder trugen, die nur durch von einem Gürtel gehaltene Falten auf Figur gebracht wurden. Trotzdem mangelte es dem Manteau durchaus nicht an Eleganz, denn der Rock wurde seitlich zurückgenommen, den schönen Unterrock zeigend, und fiel hinten in einer sorgfältig gefältelten Schleppe herab. Dazu wurde viel feine Nadelspitze getragen. Den Kopf zierte eine Haube mit Schleifen und Spitze, die mit Hilfe von Draht immer höher getürmt wurde - die Fontange.

Die Epoche des Spätbarock hielt sich bis zum Tod Louis XIV im Jahr 1715, ebenso erstarrt in ihren Formen wie der gealterte König in seinen Ansichten. Danach bricht eine neue Ära an: Das Rokoko.

 


 

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